Viele Reisende machen für jeden müden Morgen die Zeitverschiebung verantwortlich. Tatsächlich bringt ein Wechsel der Zeitzone die innere Uhr durcheinander. Doch oft liegen die entscheidenden Ursachen näher: Kaffee am späten Nachmittag, ein leuchtendes Handy um Mitternacht oder ein Zimmer, das nie richtig dunkel wird.

Hotelzimmer sind für möglichst viele Menschen eingerichtet, nicht für Ihre persönlichen Schlafgewohnheiten. Ein ungewohntes Kissen, dünne Vorhänge und Geräusche auf dem Flur können die Erholung erschweren.

Fehler, die harmlos wirken

Wer um 16 Uhr Kaffee trinkt, um bis zum Abendessen durchzuhalten, spürt dessen Wirkung möglicherweise noch beim Zubettgehen. Reisestress kann die innere Unruhe zusätzlich verstärken. Auch ein ungeplantes langes Nickerchen nach der Ankunft verschiebt den Schlaf: Nach neunzig Minuten Erholung am Nachmittag liegt man nachts womöglich wieder wach.

Im Bett durch Nachrichten oder Videos zu blättern, verbindet den Schlafplatz mit Aufmerksamkeit statt mit Ruhe. In fremder Umgebung fällt das Abschalten ohnehin schwerer. Ebenso ungünstig ist es, den ganzen Tag drinnen zu bleiben. Tageslicht hilft der inneren Uhr bei der Orientierung; ein kurzer Spaziergang am Vormittag ist oft ein sinnvoller Bestandteil des neuen Tagesrhythmus.

Zu Hause und unterwegs

BereichZu HauseAuf Reisen
AbendritualVertraute Lampe und LektüreEin kleines Ritual mitnehmen, etwa Tee oder ein Taschenbuch
DunkelheitEigene VerdunkelungVorhänge schließen und befestigen; Schlafmaske einpacken
GeräuscheVertraute UmgebungOhrstöpsel oder eine ohne Internet nutzbare Anwendung mit gleichmäßigem Rauschen
TemperaturEigene RegelungBei Bedarf nach einem Ventilator fragen und ein angenehm kühles Zimmer wählen

Ohrstöpsel und Schlafmaske wiegen wenig und helfen gegen Probleme, die auf Hotelfotos unsichtbar bleiben. Alkohol kann zwar das Einschlafen erleichtern, den Schlaf aber unterbrechen. Ein Getränk zum Essen ist etwas anderes als mehrere Cocktails und ein zusätzlicher Schlummertrunk.

Bewegung tut dem Schlaf gut, doch ein anstrengender Lauf unmittelbar vor dem Zubettgehen kann aufwühlen. Ein Morgenspaziergang verbindet sanfte Bewegung mit Tageslicht.

Eine kurze Abendroutine

Prüfen Sie jeden Abend dieselben Punkte: Vorhänge zu, Handy außer Reichweite und stumm, Wecker auf die gewünschte Ortszeit gestellt, Wasser ans Bett und zehn Minuten ohne Bildschirm. Wer nachts aufwacht, sollte nicht sofort E-Mails bearbeiten oder ausrechnen, wie wenig Schlaf übrig bleibt. Gedämpftes Licht und ruhiges Atmen helfen eher; manchmal ist kurzes Aufstehen angenehmer als angespanntes Liegenbleiben.

Vor der Heimreise lassen sich eine Mahlzeit und ein Abschnitt mit Tageslicht schon etwas an die heimische Zeit annähern. Das stellt die innere Uhr nicht an einem Abend um, kann den Übergang aber erleichtern. Guter Reiseschlaf verlangt keine Perfektion, sondern weniger vermeidbare Störungen.